Vierzig Jahre mit Hunden lehren einem Dinge, die man auf andere Weise kaum lernen kann. Was mit einem Gespann geschieht, wenn der Musher ruhig ist – im Gegensatz zu einem, der nervös ist. Wie sehr die Einstellung auf langen Strecken eine Rolle spielt. Dass Leiden eine Frage der Einstellung ist, auch wenn der Schmerz selbst unvermeidbar ist. Dass Hunde eine bestimmte Ausstrahlung spüren können, noch bevor man sie selbst begreift.
All dies hat die Arbeitsweise von Holmen geprägt. Es steht nicht an der Wand geschrieben. Es zeigt sich darin, wie die Hunde versorgt werden, wie die Musher arbeiten, wie die Routen ausgewählt werden und wie es sich anfühlt, hier anzukommen.
In Holmen leben über 100 Alaskan Huskies. Sie laufen jeden Tag frei herum – vor dem Training, nach dem Training und vor dem Füttern. Jeder Hund hat einen Musher, der für seine Entwicklung, seine Gesundheit und seinen individuellen Charakter verantwortlich ist. Die Hunde kennen ihre Menschen. Ihre Menschen kennen sie.
Was gut für die Hunde ist, ist auch gut für die Hundepension. Wir mussten uns noch nie zwischen beiden entscheiden, weil wir die Einrichtung so gestaltet haben, dass wir das nie tun müssen.
Das Finnmarksløpet – bis zu 1200 km quer über das Finnmark-Plateau – verlangt in jeder Hinsicht Höchstleistungen: Ernährung, Training, Ausrüstung, Hundepflege, Vorbereitung des Musher. Ein Rennen kümmert sich nicht um gute Vorsätze. Es zeigt dir ganz genau, wo du stehst.
Wir fahren Rennen, weil wir es lieben. Wir fahren auch Rennen, weil es uns auf dem Boden der Tatsachen hält. Der Zwinger ist so, wie er ist, weil das Rennen es erforderte. Brage bereitet sich auf das Iditarod 2029 vor. Oda bestreitet 2027 ihr erstes Finnmarksløpet. Die Messlatte wird nicht niedriger gelegt.
Jeder Gast lenkt sein eigenes Gespann. Sie spannen die Hunde an. Sie lernen die Kommandos. Die Hunde korrigieren Fehler schneller als es jeder Guide könnte. Das ist kein bequemer Ausflug, den man aus der Ferne genießt. Man ist ganz nah dran. Man packt selbst mit an. Das anschließende Essen und die Sauna hat man sich redlich verdient.
Nicht das Größte. Nicht das am stärksten beworbene. Das Beste – gemessen daran, was zwischen einem Menschen und einem Hund auf einem Wanderweg in Nordnorwegen geschieht. Darauf arbeiten wir hin, Saison für Saison, indem wir keinen Stein auf dem anderen lassen und jedes Detail verbessern.